Familienkreise

In neun Familienkreisen treffen sich in unserer Gemeinde regelmäßig Junge und Ältere zu gemeinsamen Runden, Aktionen, Gottesdiensten und Unternehmungen.
Vom heutigen Team um Pfarrer Christian Gellrich über Dompfarrer Dr. Hauke, Pfarrer Wokittel zurück bis zu Pfarrer Dr. Gärtner wurden die Familienkreise unterstützt und gefördert.
Erste Gründungen wurden um die Jahre 1968-1970 vollzogen und haben teilweise bis in unsere Tage Bestand.

Das Ziel der Familienkreis-Gründungen in DDR-Zeiten zeigte auch eine Art „religiöser Selbstversorger-Mentalität“ und der Förderung eines starken Zusammenhalts zwischen katholischen Gemeindegliedern in ähnlicher Lebenssituation.
„Um die zwanzig Jahre alt waren wir damals, heute sind wir jenseits der Silberhochzeit“, so hört man mit Vergnügen die bunten Berichte der Gründungsmitglieder aus längst vergangenen Zeiten. Die Freude ist geblieben, und mancher gute Ratschlag kann unliebsamen Erfahrungen bei der Neugründung eines Kreises vorbeugen.

Es macht Freude in unseren Familienkreisen und man lebt auf vielfältige Weise ein intensives Gemeindeleben. So verwundert es nicht, dass es zu Neugründungen und Nachfragen kommt.
Vielleicht haben sich die Ideen ein wenig verändert, der kirchlichen und öffentlichen Lage angepasst. Aber der Kern ist geblieben: Mittragen, Mitfeiern, Mitbeten, Zusammenhalten, Teilen, vertraute Offenheit, Gemeinschaft.

Ob bei den abendlichen Treffen vor dem geselligen Miteinander der Vortrag „berühmter Leute“ steht oder Einkehrwochenenden und Reisen veranstaltet werden – im Familienkreis zählt jede/r mit seinem Talent und seinen Ideen.
Der älteste Kreis erinnert sich gern an Vorträge von Helga Mondschein mit ihrer Kinderseelsorge und der Gesundheits-Vorträge von Dr. Putschies oder Dr. Arnrich. Christsein und Alltagssorgen haben immer zusammengefunden.

Auch das Älterwerden bereitet kein Problem, denn wichtige Anlässe feiert man gemeinsam. Neben den Ehejubiläen nun auch die Taufen der Enkelkinder.
Denn längst ist der Familienkreis 1 zu einem Kreis von stolzen Großeltern geworden.
Auch echte Blüten der Selbsthilfe sind gewachsen: Aus den Familienkreisen ging die „Religiöse Kleinkindstunde“ mit Roswitha Eisleb hervor. Jeden Samstag haben die Kleinsten der Gemeinde im „Türmchen“, dem damals vergleichsweise einfachen Gemeindehaus über der Marienkapelle, gespielt und sind christlich betreut und erzogen worden.

Aber nicht nur ihnen galt die Sorge der Mitglieder des Kreises. Als die Severi-Kirche um 1980 saniert werden musste, haben die einen Verantwortung im Kirchenvorstand übernommen und sind dann gemeinsam mit „Severi-Katholiken“ zur Tat geschritten. Halsbrecherische Dachdeckerarbeiten in Eigenleistung sind noch heute schillernd in Erinnerung des Familienkreises.

Nicht nur Kinder und Enkel wurden dem Kreis geboren, auch eine ganz besondere Form des ökumenischen Gottesdienstes ist hier entstanden. Jahr für Jahr feiern die evangelischen und katholischen Christen in Marbach eine gemeinschaftliche ökumenische Maiandacht. Auch dieses “Kind” ist nun schon fast volljährig!

<< zurück