Am Montag, 4. Februar 2013 verstarb in Erfurt die Künstlerin

Hildegard Hendrichs

Die Verstorbene gehörte über Jahrzehnte zu den geachteten und geschätzten Gemeindemitgliedern unserer Pfarrei.
Geboren am 7. Juni 1923 in Berlin begegnete Hildegard Hendrichs ihrer späteren thüringer Heimat in Empfertshausen/Rhön, wo sie sich im Jugendalter ihr künstlerisches und handwerkliches Rüstzeug erwarb. Zunächst in ihren Werkstätten in Zella und Geisa, seit 1948 in Erfurt avancierte sie zu einer gefragten und vielbeschäftigten Künstlerin im Bereich sakraler Kunst in der damaligen DDR.
Langwierige Studienreisen nach Italien, besonders an die Wirkungsstätten des von ihr verehrten Heiligen Franziskus, gaben ihr Inspiration und geistliche Wegweisung für ihre religiösen Kunstwerke. Ihr “Geistliches Testament”, das Weihbischof Dr. Reinhard Hauke beim Requiem in der Erfurter St.-Severi-Kirche zitierte, gibt beredt Auskunft über ihre Hinwendung zum gekreuzigten Christus und das Licht ihres Auferstehungsglaubens, das ihr in langen Zeiten der Meditation geschenkt wurde.
Neben beeindruckenden Werken der Passion – Kruzifixen, Kreuzwegstationen und Bildnissen des leidenden Christus – umfasst das Werk von Hildegard Hendrichs verschiedene Mariendarstellungen und Werke, die von Auferstehung und Erlösung künden.
Hendrichs schuf Werke von prägnanter Zeichenhaftigkeit, meditativer Verinnerlichung und freundlicher Offenheit, die stets den Kontakt mit dem Betrachter suchen. Ihr Schaffen lädt zu Andacht und Gebet ein, und die meisten ihrer Werke schmücken bis heute die Räume für die sie von der Künstlerin geschaffen worden sind.
Geprägt durch die Passionsfrömmigkeit der Franziskaner, deren Dritten Orden die Künstlerin angehörte, empfing sie durch Christus Trost, Liebe und Zuversicht in allen Dingen. Oft arbeitete sie nur gegen Kost und Logie, dem Armutsideal des Heiligen Franz von Assisi folgend.
Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Hildegard Hendrichs in einem Diakonie-Seniorenheim unweit ihrer ehemaligen Wohnung nahe dem Erfurter Domberg. Dort erfuhr sie Wertschätzung, Hilfe und Begleitung bis in die letzten Stunden ihres Lebens.
In den Mittagsstunden des 4. Februar legte sie ihr Leben in die Hand des Schöpfers zurück. Sie entschlief beim Gebet des Rosenkranzes, versehen mit den Sakramenten der Kirche.

R.I.P.

Der Nachruf wurde verfasst mit freundlicher Unterstützung von Dr. Falko Bornschein, Erfurt

Requiem mit Weihbischof Dr. Reinhard Hauke am 11. Februar 2013 in der St.-Severi-Kirche Erfurt

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Herr, gib ihr die ewige Ruhe!
Und das ewige Licht leuchte ihr.
Amen.